Vielfalt im Gewächshaus

Tomaten-Moni zeigt 350 seltene historische Tomatensorten bei Aktionswoche in Hohenlockstedt

Von Kristina Mehlert | 06.09.2025

Monika Ottinger baut in Hohenlockstedt rund 350 seltene Tomatensorten an. Im Rahmen der Aktionswoche Biologische Vielfalt Schleswig-Holstein stellt sie ihre historischen und ungewöhnlichen Freilandtomaten vor.

„Das hier nennt sich Elefantenrüssel, weil die Schote wie der Rüssel eines Elefanten so marmoriert und geriffelt ist“, zeigt Monika Ottinger auf eine scharfe Chili-Schote. Nur wenige Meter weiter trifft man dann auf die „Penistomate“, auch bekannt unter dem Namen „Casanova“, Stab- oder Flaschentomate. Folgt man der Fachfrau durch ihren Garten, fällt einem sofort die vielblütige Multiflora ins Auge. Und die macht ihrem Namen wirklich alle Ehre.


Süße Raritäten und außergewöhnliche Tomatenformen


Im Gegensatz zu Tomaten mit einzelnen Rispen bildet diese Sorte stark verzweigte, fächerartige Fruchtstände. Ottinger erklärt: „Die Rispen dieser Pflanze tragen bis zu 700 Früchte.“ Und dann ist da noch die rot-ovale Tomate mit dem Namen „Gott der Liebe.“ „Süß, saftig und ungemein fruchtig“, so das Fazit nach einer Geschmacksprobe. Nicht zu vergessen die unzähligen Früchte in allen Farben, von gelb über grün, von rot und schwarz bis hin zu bunt marmoriert. Zu ihnen gehören unter anderem auch die mehrfarbige und flachrunde „Marsha‘s Starfighter“ oder die aus England stammende „Lady Aireen Sweetie“. „Auf die freue ich mich schon besonders – das ist eine ganz süße Tomate“, sagt Ottinger, die viele ihrer rund 350 Tomatensorten erst noch besser kennenlernen möchte.

Und wer Ottinger kennt, weiß, dass sie sich längst über die Region hinaus als Tomaten-Moni einen Namen gemacht hat. Und das aus gutem Grund: Pflanzt sie doch in ihrem großzügig angelegten Garten in Hohenlockstedt-Hohenfiert alte und historische Tomatensorten an. Und diese Vielfalt historischer und seltener Freiland-Tomaten möchte sie Interessierten erstmals im Rahmen der am Sonntag, 21. September, stattfindenden „Aktionswoche Biologische Vielfalt Schleswig-Holstein“ vorstellen.

„Mir persönlich geht es ja nicht nur um die Masse, sondern tatsächlich um den Geschmack.“

Tomaten-Moni

aus Hohenlockstedt

Unter dem Motto: „Geschmack wie früher“ haben Besucher von 10 bis 12.30 Uhr sowie von 14 bis 16.30 Uhr Gelegenheit, in die bunte Welt der 350 seltenen Freilandsorten aus aller Welt einzutauchen. Geplant sind zudem eine Verkostung von mindestens fünf ausgewählter Tomatensorten. „Mir persönlich geht es ja nicht nur um die Masse, sondern tatsächlich um den Geschmack“, sagt Ottinger, der es außerdem um die Fruchtvielfalt und vor allem um den Erhalt alter Sorte gehe. 


Widerstandsfähige Tomatensorten trotzen der Krautfäule

„Leider hatten wir ein schwieriges Tomatenjahr, durch den Dauerregen im Juli setzte bei rund 100 meiner Pflanzen die Krautfäule ein“, sagt Tomaten-Moni und ist froh, dass die ganz harten Pflanzen nicht betroffen waren oder sich nach einem kräftigen Ausputzen und den dann doch noch nachfolgenden Sommerwochen wieder erholten.

Dass sie aber auch noch einer anderen Leidenschaft nachgeht, werden die Besucher ebenfalls schnell feststellen. „Auch Chilis, Paprikas und Auberginen sowie ein bis zu 50 Zentimeter großer Sweet Cayenne oder der Baumchili Rocoto aus Peru werden die Blicke ebenso auf sich ziehen wie auch die schwarzen und roten Jalapenos, die Zipfelmützenpaprikas oder die Paprikas, die kleinen gelben Golfbällen ähneln. Zudem werden bei dem Rundgang auch die neu angelegten Hoch- und Rahmenbeete mit alten verschiedenen Gemüsesorten in Mischkultur zu begutachten sein.

Und das Beste kommt zum Schluss, wie Monika Ottinger stolz berichtet: „Natürlich werde ich meinen Besuchern auch den gerade erst fertig gestellten und 18 Meter langen und bepflanzten Folientunnel zeigen“.